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7

7" up!

Various Artists

singles only, UK 1978-1982

Immer wieder kommt Freude auf beim Stöbern in der Singleskiste. Das Kleinformat aus Vinyl machte Eigenproduktionen in Kleinstauflage möglich. Sehr oft wurde mangels Masse nur als 7" veröffentlicht, im Gegensatz zu den großen Labels. Lange vergriffen und falls erhältlich, dann leider nur zum teuren Sammlerpreis. Manchmal erstaunt die B-Seite, während die A-Seite enttäuscht. Ein Singlepuck gehört natürlich zum Standardequipment des 7"-Freundes!

Schade nur, daß man nach 3 Minuten schon wieder umdrehen muß, beim abendlichen Durchhören der Kiste kann man es sich also gleich neben dem Plattenspieler gemütlich machen.

Auf 7" UP! stimmen wir das Hohelied auf ein schönes kleines Medium an, welches nur noch von wenigen Labels in Umlauf gebracht wird. Keine Promotion mehr auf Vinyl zu Zeiten der MP3s und I-Pods...

Für 7"UP! haben wir britische Raritäten aus den Jahren 1978 -1982 zusammengetragen: obskure, unverbrauchte Pop-Punk-New Wave-Perlen für die, die noch nicht alles kennen. Und natürlich auch für die Zuspätgeborenen.

Viel Spass wünscht CDHW



7“ UP! BANDINFOS:

1.
Mark Beer
Ein Fall mit ausgesprochen wenig Veröffentlichungen ist Mark Beer. Musikalisch steht er mit einer getragenen, ruhigen Stimmung den Young Marble Giants und deren Nachfolgeprojekten näher als dem die Insel beherrschenden Radau. Bei seiner dritten Single „Pretty" ließ er sich wohl von Reggae 7“es inspirieren, als er die Grundmelodie mit dem Bass einspielte und eine noch groovigere Dubversion des Titelstücks auf die B-Seite packte. Auf seiner einzigen LP „Dust On The Road" entglitten ihm die Ausflüge ins Atmosphärische teilweise ein wenig, doch an die ersten Singles wird man sich auch in Zukunft noch gerne erinnern.

2.
Glaxo Babies
Ende der 70er Jahre gehörten die Glaxo Babies neben Rip, Rig + Panic, The Pop Group und Pigbag zu den bedeutendsten Bands in Bristol. Gerard Langley von den Blue Aeroplanes erinnert sich:

„I think the key to the whole set-up at the time is comprehending the importance of the Glaxo Babies. The Glaxo Babies performance at the 1978 Ashton Court Festival has lived long in many people’s memory. The intensity! The died-blond hair! The guitar played with a vibrator! Subsequent journalistic takes have seen The Pop Group placed at the centre of that era but I remember it differently. For me, the Glaxos were the cornerstone of the whole Bristol scene. Both sophisticated and primitive, they were basically pre post-punk punk. The Gang Of Four didn’t come as the shock of the new round here, mate. I had read that Iggy Pop cut himself with a glass, but it was different seeing Rob Chapman do it immediately in front of you at the Stonehouse pub. They were real, man, and I loved them.“

...bis sie 1981 die Realität in der Form des Pharmakonzerns Glaxo einholte und sie den Namen aufgeben mußten. Daraufhin formierten sie sich neu als Maximum Joy.

3.
Contact
Das in Manchester beheimatete Object-Label bietet schönes Anschauungsmaterial für das „Zehnpersonenhabenachtbands-Phänomen“. Tony Friel war bei Nuclear Angel, gründete anschließend mit Mark E. Smith The Fall, dann mit Dick Witts The Passage, um dann noch bei Teardrop Explodes mitzuwirken. Duncan Prestburys Liste liest sich ähnlich: Steve Miro & The Eyes, Spherical Objects, Future Primitives, Warriors. Die Future/Past-7“ blieb ihre einzige Veröffentlichung.

4.
I Jog & the Tracksuits
Bands wie diese machen den besonderen Reiz dieser Compilation aus. In Internetforen gibt es verzweifelte Hilferufe von Begeisterten, die die Singles mal gehört haben oder sie gar besitzen, aber keine Ahnung haben, wer dahinter steckt.
In der Zwischenzeit erhellt sich Licht im Dunkel:

I Jog & The Tracksuits waren:

I Jog: guitar vocals
Barry Tracksuit: drums
Dave Tracksuit: bass
Bob: keyboards
Piers Heavy Manners production

Eine 2. single mit "Bedroom Tune / Optimists Song" folgte.
Graham Tracksuit machte alleine weiter und spielte mit Piers and Piers eine weitere Single unter dem Namen "The Tracksuits" ein.
Graham Tracksuit und Barry wurden dann "The Optimists", ohne eine weitere Platte aufgenommen zu haben.

I Jog & The Tracksuits reformierten sich für einen Auftritt im Herbst 2005 mit Alan Bass am Bass und Clive Product am Mikrofon. Clive lebt in Berlin und nimmt hin und wieder für 9am auf.

Dave (jetzt David) Tracksuit und Barry spielen immer noch mit Alan Bass und einigen anderen. Auf Tyger veröffentlichten sie eine 7" (Dumb / Home Movies) als "The Statistics". Barry veröffentlichte 'Tell me why the Tape Wobbles' auf Tyger records welches von DJ Shadow gesampelt und auf dessen zweitem Album erschien! Bizarr...

5.
Gerry & the Holograms
Wie bei I Jog & the Tracksuits existiert neben dieser noch eine weitere 7“, wobei diese in das Cover reingeklebt und somit nicht abspielbar ist. Wer weiß mehr als unser Gewährsmann aus London? - „I’m pretty sure I have one or two singles by them, 1980, probably from Sheffield 79-80...not at home so I can’t check! I think the chorus on the singles goes ‚we’re gerry and the holograms’ in an electronic vocodered voice.“ Abteilung einmal gehört & wegen des grandiosen Refrains auf ewig gespeichert.

6.
Brian Brain
Die Ruhelosigkeit ist ein weiterer Charakterzug, der sich bei vielen Musikern erkennen lässt. Martin Atkins verkörpert dies archetypisch - bis zum heutigen Tag.
Mit der Band Mynd fing alles an, bevor er zum ersten Mal von John Lydon (ex-Johnny Rotten der Sex Pistols) für dessen Public Image Ltd. weggeschnappt wurde. Nach Differenzen verließ er die Band kurze Zeit später, gründete mit Pete Jones Brian Brain und veröffentlichte 1980 schnell die ersten Singles und eine LP. Gemeinsam traten sie 1982 wieder PIL bei, was den Anfang vom Ende des gemeinsamen Projekts bedeuten sollte. Jones blieb Lydon treu, während Atkins 1988 von Killing Joke abgeworben wurde. Nachdem er noch bei Ministry und Nine Inch Nails Zwischenhalte einlegte, gründete er mit illustren Mitstreitern wie Steve Albini und Trent Reznor 1991 die Industrial Super-Group Pigface. Nebenbei bastelte er mit Skinny Puppys Nivek Ogre am Projekt Rx. Dies nur ein Auszug der Projekte von Atkins. Heute lehrt er „The Business Of Touring“ am Columbia College in Chicago und hat neben Pigface noch viele weitere musikalische Standbeine.

7.
They Must Be Russians
„They Must Be Russians" war die Schlagzeile, mit der die englische Yellow Press auf die Sex Pistols-Single „God save The Queen" reagierte. Das Zitat war natürlich gefundenes Fressen für alle Bands, die gerade nach einem geeigneten Namen suchten. Eine der mindestens zwei They Must Be Russians kam aus Sheffield. Die Köpfe der Band nannten sich Russ Russian und Paul Russian und waren zu ihrer Zeit ziemlich bekannt. Cabaret Voltaire halfen bei der Produktion der ersten EP „Nellie The Elephant", dann folgte „Don't Try To Cure Yourself". Geschlechtskrankheiten besser nicht selbst kurieren...

8.
Moondogs
Spricht man von den Moondogs, muss zwangsläufig der Name Undertones fallen. Beide Bands kommen aus Nordirland, beide teilen die Vorliebe für die Modgruppen der 60er Jahre, beide wurden von John Peel hoch geschätzt und immer wieder zu Sessions eingeladen. The Moondogs kamen ihren Vorbildern immer wieder ganz nahe: ihren ersten Gig hatten sie nur 5 Monate nach Gründung als Vorgruppe der Undertones. Ray Davies von den Kinks war derart angetan von der Band, dass er anbot,
„Imposter" zu produzieren. Schließlich traten sie in die Fußstapfen der Monkees und bekamen mit „The Moondogs’ Matinee" eine eigene Fernsehsendung. Der Titeltrack „Powerpop" stellte klar, in welcher musikalischen Schublade sie sich wohlfühlten. Nach Aufnahmen mit Todd Rundgren als Produzenten zerbrach die Band.


9.
Thomas Leer
Der Umstand, dass die Debütsingle „Private Plane" von Thomas Leer mit einfachstem Equipment im heimischen Schlafzimmer aufgenommen wurde, sollte nicht nur auf Matt Johnson von The The großen Eindruck machen und ihn zur Gründung der eigenen Band inspirieren. Heute wissen wir auch, dass der Song aus dem Jahr 1978 neben „Warm Leatherette" von The Normal und Robert Rental's "Double Heart" die ersten Veröffentlichungen der Synthy Pop-Welle waren, die ihren Höhepunkt erst viele Jahre später erreichen sollte. Und falls Sie sich fragen, warum seine Stimme bei der Aufnahme so geflüstert wirkt: als er den Gesang aufnahm, schlief seine Freundin im Bett neben ihm und er wollte sie nicht wecken.

10.
Cult Figures
Die Entstehungsgeschichte der Cult Figures ist ein weiteres schönes Beispiel für die unbekümmerte Do-It-Yourself-Herangehensweise jener Zeit. Gary Jones und Jonny Hodgson lernen sich in einem Kunstkurs kennen, an dem auch Epic Soundtrack und Richard Earl von den Swell Maps teilnahmen. Jonny spielte bereits bei den Scent Organs. Beide Bands hatten ansehnliche Erfolge zu verzeichnen. Infiziert von der „JederhateineBandundSpassdamit-Stimmung“, gründete Gary mit Tim Wilday, einem weiteren Freund aus dem Kurs, kurzerhand selbst eine Band, die Cult Figures. Dass beide kein Instrument beherrschten, sollte kein Problem darstellen. Jonny erbettelte vom The Jam-Drummer Rick Buckler Drumsticks, Gary kaufte für £ 20 einem Nachbarn Gitarre und Verstärker ab und lernte, wie man mit wenigen Barré-Griffen möglichst schnell einen Song zusammenbastelt. Angetan von den ersten Ergebnissen, boten die Swell Maps an, sowohl bei Aufnahmen als Backingband zu fungieren als auch auf dem frisch gegründeten Label Rather eine 7" zu veröffentlichen.

11.
Monochrome Set
Ob Bid sich wohl an manchen Tagen die Frage stellt, was aus ihm geworden wäre, wenn er Lester, Andy und Adam, seinen ehemaligen Mitspieler bei The B-Sides, gefolgt wäre, um Adam & The Ants zu gründen? Wir jedenfalls können aufatmen: er tat es nicht. Lester Square und Andy Warren nahmen auch schnell wieder Vernunft an, stiegen aus und wurden mit Bid zu Monochrome Set. Dass ihnen das klassische Schicksal von Kritikerlieblingen vorenthalten blieb, kann uns heute egal sein. Ihre Ausflüge zu Major-Labeln waren nie von langer Dauer, war ihr Glamour doch immer eine Spur zu subtil für jene von Kokain dominierte Gesellschaft. Was uns heute bleibt, sind eine Handvoll hochwertige Platten und die Band The Scarlet's Well, die neue Ausdrucksform für Bids ornamentreichen Eskapismus. Und was wäre wohl aus ihm geworden, wenn er seiner adeligen indischen Abstammung folgend, sich für ein Leben am Hofe entschieden hätte? Auch das ist eine sehr interessante Frage...

12.
Henry Badowski
Nachdem Henry Badowski frustriert ein Kunststudium abgebrochen hatte, überredete ihn sein Freund James Stevenson, bei Chelsea, der wohl allerersten Punkband überhaupt, einzusteigen. „Es war nicht unbedingte meine Musik", sollte er später sagen - und das hat sein weiterer Werdegang auch gezeigt. Zwar prägte er Punk entscheidend mit, indem er bei vielen Bands der allerersten Stunde mitspielte - Stationen waren Chelsea, Wreckless Eric, Alternative TV, Captain Sensible und The Damned - doch lange hielt er es nie aus. Bis er schließlich seine erste Single veröffentlichte. Beim Titeltrack „Making Love With My Wife" spielte er dann auch noch alle Instrumente selbst ein. Mit „Life is a grand..." schüttelte er noch eine hervorragende Platte aus dem Ärmel, die jedoch die kommerziellen Erwartungen der Plattenfirma nicht erfüllen konnte.

13.
Weekend
Eine der einflussreichsten und unvergessenen Bands jener Zeit waren zweifellos die Young Marble Giants. Nach nur einer LP und zwei 7“es teilten sie sich in zwei ebenso formidable Formation auf – Gitarrist Stuart Moxham gründete The Gist, Sängerin Alison Statton mit Jazz-erfahrenen Mitmusikern Weekend. Kaum war Indie erfunden, haben Weekend auch schon den damit einhergehenden Dogmatismus in die Tonne geklopft. Die minimale Leichtigkeit, die schon YMG auszeichnete, wird bei ihnen mit einer Brise Bossa Nova noch verstärkt. Leider ist von ihnen, neben einigen Singles und EPs, nur eine LP erschienen. Warum diesem heute die Anerkennung versagt wird, bleibt ein Rätsel.

cdhw103 | lp

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15.00 EUR

Tracklist

01. Mark Beer - The man man man
02. Glaxo Babies – This is your life
03. Contact – Constant beat
04. I Jog & The Tracksuits – Redbox
05. Gerry and the Holograms - Gerry and the Holograms
06. Brian Brain – Jive, jive
07. They must be Russians – Don´t try to cure yourself
08. Moondogs – Imposter
09. Thomas Leer – Private plane
10. Cult Figures – Zip Nolan
11. Monochrome Set – Eine Symphonie des Grauens
12. Henry Badowski – Making love with my wife
13. Weekend – Drumbeat for baby

Details

Bestellnummercdhw103
2006-08-22

7" UP!

Various Artists

7" UP!

cd
15.00 EUR

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